Rios Diät ist die Beste
27. Mai, 2009 | geschrieben von Tobi | Kategorie: AbnehmblogSo schreibt er provokant in sein Blog. Doch eigentlich weist er nur daraufhin, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, das gewünschte Abnehmziel zu erreichen. Außerdem sollen die Abnehmer mehr zusammenhalten und nicht wie Hyänen übereinander herfallen
Richtig so, Rio.
Und dann denke ich an meine ‘Geschichte’ zurück. Man kommt schon als Moppelchen auf die Welt, in der Pupertät wird man nicht verstanden und mutiert zum ‘Fettberg’. Ich habe zwar nie die 100 kg Marke überschritten, aber glücklich war ich mit dem Körper nie.
Nach dem Abi machte ich eine Ausbildung und in der Ausbildung hatte ich eine komische Magengeschichte und nahm dadurch ziemlich ab (kein Wunder, wenn man 6 Wochen mehr oder weniger nur Flüssigkeit zu sich nimmt). Das Gewicht (damals dann ca. 85 kg) konnte ich gut halten – allerdings mit der Spätfolge: Morbus Reiter – die kleinen, dummen Bakterien, die für die Magengeschichte verantwortlich waren haben mein System durcheinandergebracht … Es war 1995 als ich dem Fleisch entsagte – seither lebe ich fleisch- und fischlos.
Dann kam das Studium – eine Lebensumstellung – endlich raus aus dem Nest, in dem ich aufgewachsen bin. Freiheit, endlich so sein, und leben wie man es sich immer vorgestellt hat. Viel Bewegung (immer nur mit dem Rad oder auf den Skates unterwegs), regelmäßiges Essen (ja, das halte ich auch für sehr wichtig!) und vor allem kein Frust mehr, führten dazu, dass ich nach dem Studium 69 kg wog. Jeans kaufte ich damals in Größe 30 .. solche Schmuckstücke hängen heute noch im Schrank (und diese Woche habe ich mal wieder Größe 38 gekauft … 8 x 2,54 = 20,32 cm mehr Umfang!).
Nach dem Studium gleich einen Job gefunden – Juhuu – Stress kehrt plötzlich wieder zurück, bin häufig für das Unternehmen unterwegs, kein Sport, schlechte Ernährung, weil alles schnell gehen soll … Frust, weil nicht alles so läuft, wie man es sich das vorgestellt hat … bereits nach einem Jahr hatte ich wieder 80 kg auf der Waage. Dann kam die Werksschließung und die Frage, was man denn machen könnte. 2001 war jetzt wirtschaftlich nicht wirklich ein tolles Jahr, es kam dann noch der 11. September … und ich entschloß mich, mich selbständig zu machen … Noch mehr Stress
Noch mehr Unregelmäßigkeiten im Leben. Früh aufstehen, spät ins Bett, oftmals nur wenige Stunden Schlaf. Die Rheumaschübe nahmen zu (zu der Zeit wusste ich noch nicht, dass es Rheuma ist).
Das Jahr 2003 war ein Tiefpunkt. Ein Kunde, für den ich sehr viel gemacht hatte, rückte mit der Kohle nicht raus und er ging dann schließlich in die Insolvenz. Kohle geht langsam aus – Finanzamt will Steuern, Auftragseingang geht zurück – ständig die Frage, ob man alles richtig gemacht hat, ob man sich nicht für etwas anderes hätte entscheiden sollen – das ist dann schon kein Stress mehr, sondern Terror.
Doch dann hatte auch ich mal Glück – als ein Unternehmen in der Gegend einen freien Mitarbeiter suchte. Und für die arbeite ich noch heute … mit Höhen und Tiefen
Doch diese negativen Erfahrungen führten dazu, dass ich irgendwann wieder 98 kg auf die Waage brachte … und das trotz Fitnessstudio und Co.
Jetzt könnte man meinen, dass es doch wieder aufwärts gehen müsste – klar, in der Zwischenzeit lebe ich nicht mehr alleine – eine Beziehung kann fördern, aber auch zu Nachlässigkeit verleiten (mei, I brauch doch nix mehr für mei Kerperl mocha
) … ich bin wohl etwas zu nachlässig geworden. Doch das durfte nicht so weitergehen
Was habe ich alles probiert – schlank werden im Schlaf – hmm … ok, es hat etwas funktioniert, aber so kann ich mir ein Leben nicht vorstellen. Svea, deren Blog ich in der Zwischenzeit las, hat ihre Ernährung umgestellt und mit Sport begonnen – einen Crosstrainer habe ich zu Hause, den ich auch regelmäßig nutze und was soll ich als Vegi noch an Ernährung umstellen? Gut, natürlich auf Süßigkeiten verzichten
Ich liebe nun mal Schokolade … Auf Joghurt verzichten … Aber der ist doch so lecker … Was passt zu mir? Was schränkt mich nicht ein? Ich will keine Kalorien zählen. Ich will keine Punkte zählen – das kann Kathi besser als ich
Ich will weder auf Kohlenhydrate noch auf Eiweiß oder Fett verzichten. Das musste ich im Studium auch nicht und trotzdem hat alles problemlos funktioniert.
Vor allem in den letzten Wochen habe ich überlegt, was damals eigentlich anders lief. Und mir fielen nur vier Dinge ein: Viel Bewegung (mit dem Rad zur FH, zum Einkaufen mit dem Rad, Abends auf ein Bierchen mit dem Rad, …), regelmäßig Essen (6:30 Uhr aufstehen, Frühstück, Mittags Mensa, gegen 18:00 Uhr Abendbrot) – zwischendurch gab es nix, keine Süßigkeiten, kein Kuchen … nix … Obwohl das Studium stressig war, fühlte ich mich nicht gestresst – es war zwar viel zu tun, aber ich habe es gerne getan.
Also diese vier Dinge lassen sich doch eigentlich umsetzen, oder?
- Bewegung: Dafür gibt es jetzt das Fahrrad – und bei gutem Wetter fahre ich auch gerne damit
Bei schlechtem Wetter gibt es den Crosstrainer und am Freitag geht es zu Pilates – diese Woche die letzte Stunde vor der ‘Sommerpause’
- Regelmäßige Ernährung: Nun ja – ich arbeite daran!
- Süßigkeiten: auch daran arbeite ich – aber die Mädels im Büro sind böse und stellen weiterhin Fruchtgummifallen auf!
- Stress: auch daran arbeite ich – bin vielleicht auf einem guten Weg. Auch jetzt ist viel zu tun, aber die Sachen, die ich mache, machen mir (in der Regel) Spaß und ich habe auch gelernt, ‘nein’ zu sagen und Aufträge abzulehnen (wenn ich daran denke, als ich das das erste Mal machte, hatte ich das Gefühl zu versagen – heute nicht mehr
).
Das ist also meine Abnehmstrategie – 3 kg in 14 Wochen – da wird der ein oder andere lächeln (oder gar hämisch lachen) – aber das ist mir egal! Dafür bin ich ausgeglichener, fühle mich wohl dabei und mach mir keinen Stress …
Feed abonnieren
Grüß dich
Na da hste ja auch die typische Karriere zum Übergewicht hinter dir. Deine Pläne hören sich gut an !! Ich sage immer, nicht zu viel auf einmal ändern, was langsam kam, bekommt man auch nur langsam wieder weg. Du schaffst das sicher, wenn du deine Pläne so umsetzt.
Ach, und lieben Dank fürs Erwähnen !
Hey Rio,
Dein Beitrag war einfach zu gut, dass ich ihn einfach erwähnen musste – außerdem war er eine Art Inspiration. Wir machen uns wohl manchmal einfach zu viele Gedanken was das Abnehmen angeht. Dann noch all das negative Gerede – ‘was machst du? – das bringt doch gar nix. mach doch lieber mal xxx’ …
Selbstbewußt und vor allem entspannt an die Sache rangehen – ja, auch 100gr sind ein Erfolg … und ja, auch mal 100gr wieder zulegen, sollte uns nicht zurückwerfen – DU bist mein Abnehmheld!
Letzte Woche zur Kommunion habe ich den Bruder einer Freundin nach langer Zeit wieder getroffen. Der hat innerhalb eines Jahres 53kg abgenommen! Im ersten Moment (ja, das muss ich zugeben) war ich ziemlich neidisch und habe mir gedacht, dass ich vielleicht nicht diszipliniert bin. Völlig falsche Denke! Ich habe ihm schließlich auf die Schulter geklopft, ihm gratuliert … und aus meinem Kopf habe ich den Druck verbannt.
Dankeschön !
Ja, da haste gut so getan. Letztlich bringt neid ja nur Frust und Frust sagt NEIN. Alles negativ und behindert einen nur selbst. Aber ich kann das sehr gut nachvollziehen. Heute sehe ich solche Menschen als Vorbilder und bewundere sie. Nehme sie als Ansporn und als Zeichen das es geht.